Wie KI unser Suchverhalten verändert

Erinnerst du dich noch an die Zeit, als „googeln“ noch kein echtes Wort war? Ich auch nicht. Es ist so normal geworden wie Zähneputzen. Wir haben eine Frage, zack, Google.

Aber gerade passiert etwas Spannendes. Die Art, wie wir suchen, bröckelt. Nicht mit einem lauten Knall, sondern leise und schleichend. Die Nielsen Norman Group (NN/g) hat sich das mal genauer angeschaut (die Studie ist vom August 2025, hier der Link). Und was sie gefunden haben, deckt sich total mit dem, was ich bei mir selbst und Freunden beobachte.

Wir sind Gewohnheitstiere

Hand aufs Herz: Wie oft hast du wirklich ernsthaft versucht, Bing oder DuckDuckGo zu nutzen? Eben. In der Studie sagten viele ganz ehrlich: „Google ist halt da.“ Es funktioniert, wir kennen es, wir vertrauen ihm (meistens).

Wir haben sogar Rituale entwickelt, über die wir gar nicht mehr nachdenken. Wir scrollen automatisch an den ersten drei Anzeigen vorbei, ohne sie überhaupt wahrzunehmen. Das ist Muskelgedächtnis. Sowas ändert man nicht mal eben so.

Aber wenn es klick macht...

Doch dann kommt der Moment, wo die KI plötzlich etwas besser kann als die alte Suche. Das spart Zeit. Und Zeit sparen lieben wir alle.

Ein Beispiel aus der Studie fand ich super: Ein Vater sucht Tornetze für seinen Sohn. Er googelt, klickt, schreibt Maße auf Zettel, vergleicht Preise. Mühsam. Später, bei einem anderen Problem (ein kaputtes Wasserrohr), probiert er Gemini aus. Und ist baff. Er bekommt eine Antwort, die genau passt. Kein Suchen, kein Klicken, einfach eine Lösung. „Es fühlt sich an, als hätte ich Zeit gespart“, sagt er.

Genau das ist der Punkt. Wir wechseln nicht zu KI, weil es „cool“ ist. Sondern weil es uns Arbeit abnimmt. Wenn ich heute nach „Drachenfrucht“ suche, will ich keine fünf Wikipedia-Artikel lesen. Ich will wissen, wie sie schmeckt und wie man sie isst. Die Google AI Overviews liefern das sofort.

Das Problem für uns Content-Macher

Für uns, die Webseiten bauen, ist das bitter. Die Leute bekommen ihre Antwort – und gehen wieder. Kein Klick auf unsere Seite. Studien zeigen das deutlich: Sobald die KI-Antwort (der „AI Overview“) auftaucht, klicken viel weniger Leute auf die Links darunter. Wir werden zur reinen Datenquelle im Hintergrund.

Google stirbt (noch) nicht

Trotzdem: Die klassische Suche bleibt. Niemand vertraut einem Chatbot blind, wenn es um wirklich wichtige Dinge geht. Gesundheit, Geld, große Kaufentscheidungen – da wollen wir immer noch „echte“ Quellen sehen. Wir nutzen KI zum Vorfiltern, aber Google zum Absichern.

Mein Fazit

Der Wandel ist da, aber er ist langsamer, als die Tech-Nerds auf Twitter behaupten. Wir werfen unsere Gewohnheiten nicht über Bord, nur weil es jetzt ChatGPT gibt. Aber sobald wir merken: „Hey, das geht ja viel schneller“, gibt es kein Zurück mehr.

Die große Aufgabe für die Zukunft wird sein: Wie schaffen wir es, dass die Leute unsere Tools nicht nur finden, sondern auch verstehen, wann sie ihnen wirklich helfen?

(Quelle der Inspiration: Nielsen Norman Group, „How AI Is Changing Search Behaviors“, Artikel lesen.)