Google CTR bricht ein – Warum keiner mehr klickt
Es gab mal eine goldene Regel: Wenn du auf Platz 1 bei Google stehst, hast du gewonnen. Champagner aufmachen, Traffic genießen.
Heute? Stehst du auf Platz 1 und hörst... Grillenzirpen. Die Klickrate auf der ersten Seite liegt im Schnitt nur noch bei 15 %. Das ist brutal wenig. Warum? Weil Google die Antwort oft schon direkt anzeigt. Oder weil vier Anzeigen, ein KI-Snippet und eine Karte darüber liegen.
Wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der "Marketing ohne Klicks" (mehr dazu hier) normal wird.
Wir sind selbst schuld (ein bisschen)
Seien wir ehrlich: Als Nutzer finden wir das super. Wenn ich wissen will, wie viel Grad es in London hat, will ich nicht auf "wetter.com" klicken und Cookies akzeptieren. Ich will die Zahl sehen. Sofort. Das nennt man "Zero Click Searches". Die Suche endet auf der Ergebnisseite.
Für uns als Website-Betreiber ist das hart. Aber Jammern hilft nicht. Wir müssen umdenken.
Was du jetzt tun musst (Strategie 2026)
Wenn wir keine Klicks mehr für einfache Antworten kriegen, müssen wir Content bauen, der tiefer geht.
1. Mach dich unkopierbar
Wenn dein Text nur Fakten auflistet ("Wie hoch ist der Eiffelturm?"), hat die KI gewonnen. Das kann sie schneller. Was sie nicht kann: Erfahrung.
- Statt "5 Tipps für besseres E-Mail-Marketing" schreib: "Wie wir mit dieser einen E-Mail 10.000 Euro verbrannt haben (und was wir daraus lernten)."
- Erzähl echte Geschichten.
- Zeig echte Daten, die nur du hast.
- Lass Menschen sprechen (Interviews).
Das ist der Stoff, den Leute lesen wollen – und den die KI nicht fälschen kann.
2. Kontrolliere, was über dich da steht
Wenn jemand deinen Firmennamen googelt, sieht er oft schon alles, ohne zu klicken. Sorge dafür, dass da das Richtige steht. Biete auf deiner Seite klare FAQs, Preislisten und Vergleiche an. Wenn du es nicht tust, zieht sich Google die Infos vielleicht von einer wütenden Reddit-Diskussion.
Pro-Tipp: Schreib selbst den Artikel "Wir vs. Konkurrenz". Damit bestimmst du den Vergleich, nicht die anderen.
3. Geh dahin, wo die Leute sind
Hör auf, deinen Content wie einen Drachenschatz auf deinem Blog zu hüten. Verteile ihn. Ein gut gemachtes YouTube-Video landet oft schneller oben als der beste Blogpost. Ein kluger Kommentar auf LinkedIn wird öfter gelesen als dein Newsletter.
Mein Fazit: Traffic ist nicht mehr die einzige Währung. Früher wollten wir, dass Leute auf unsere Seite kommen. Heute müssen wir dort überzeugen, wo sie gerade sind – auch wenn das direkt in der Google-Suche oder im KI-Chat ist. Bereite dich darauf vor, dass deine Website weniger Besucher hat, aber hoffentlich die richtigen. Dazu gehört auch, technisch sauber zu bleiben (z.B. mit llms.txt), damit die Maschinen dich überhaupt verstehen.