LLMS.txt: Die Gebrauchsanweisung für deine Website

Wir reden alle darüber, dass die KI das Internet verändert. Dass Google weniger Traffic schickt (siehe Google CTR 2026). Dass Chatbots die neuen Browser werden (siehe LLMs als Browser).

Aber hast du dich mal gefragt, wie du der KI eigentlich sagst, was auf deiner Seite wichtig ist? Bisher war das Glückssache. Du hast gehofft, dass der Crawler deine „Über uns“-Seite versteht und nicht die AGBs als wichtigsten Inhalt interpretiert.

Jetzt gibt es einen neuen Trick, der so simpel ist, dass er fast schon banal wirkt: llms.txt.

Was ist das eigentlich?

Stell dir vor, du hast einen Hausmeister (die KI), der dein Haus (deine Website) aufräumen soll. Bisher hast du ihn einfach reingelassen und gehofft, dass er das Wohnzimmer findet und nicht im Keller stecken bleibt. Die robots.txt war bisher nur das Schild „Betreten verboten“ an bestimmten Türen.

Die llms.txt ist dagegen ein freundlicher Zettel am Eingang:

„Hey, willkommen! Die wichtigsten Infos liegen auf dem Tisch im Wohnzimmer. Ignorier bitte den Müll im Flur. Und wenn dich wer fragt: Wir sind eine Familie, die X und Y macht.“

Technisch gesehen ist es eine simple Textdatei, die du in dein Hauptverzeichnis legst. Sie sagt Modellen wie Claude oder ChatGPT: „Hier ist der Kontext. Das hier ist wichtig. Das hier kannst du ignorieren.“

Warum solltest du das tun?

Ganz ehrlich: Im Moment ist das noch Experimentierfeld. OpenAI und Google haben noch nicht offiziell gesagt: „Ja, das ist unser neuer Standard.“ Aber Anthropic (die Macher von Claude) nutzen es schon. Und der Aufwand ist so minimal (vielleicht 10 Minuten), dass es dumm wäre, es nicht zu tun.

Was du damit erreichen kannst:

  1. Priorität setzen: Du sagst der KI: „Das hier sind meine besten Artikel. Lern die zuerst.“
  2. Kontext geben: Du kannst erklären, wer deine Zielgruppe ist. Damit vermeidest du, dass die KI deine Fachartikel für Kinderbuch-Texte hält.
  3. Aufräumen: Du kannst explizit sagen: „Ignorier die Navigation und den Cookie-Banner.“ Das macht es der KI leichter, den echten Inhalt zu sehen.

Ein kleiner Schritt für dich...

Ich habe das auf meiner Seite hier mal testweise eingebaut. Ob es heute schon messbar mehr Traffic bringt? Wahrscheinlich nicht. Aber im SEO habe ich eins gelernt: Wer früh dabei ist, hat später den Vorteil, wenn alle anderen erst aufwachen.

Fazit: Bau dir den Wegweiser

Es kostet dich fast nichts. Es schadet nicht. Und im besten Fall sorgt es dafür, dass die KI deine Marke genau so versteht, wie du es willst.

Es ist ein kleiner Baustein in einer Welt, die immer unübersichtlicher wird. Aber manchmal sind es die kleinen Zettel am Eingang, die entscheiden, ob der Gast sich wohlfühlt oder gleich wieder geht.

Meine Checkliste für die neue KI-Welt:

  1. Schreib Content für Menschen (verständlich, echt).
  2. Strukturiere ihn für Maschinen (Überschriften, Listen).
  3. Nutz robots.txt, um Grenzen zu setzen.
  4. Nutz llms.txt, um Wege zu zeigen.