Wenn LLMs der neue Browser werden

Erinnerst du dich noch daran, wie wir früher Telefonnummern auswendig wussten? Oder Straßenkarten im Auto gefaltet haben? Vielleicht erzählen wir unseren Enkeln bald genauso nostalgisch vom „Surfen“ im Internet.

„Damals haben wir noch Adressen in eine Leiste getippt, Opa?“ „Ja, und wir haben uns durch zehn Tabs geklickt, nur um ein Rezept ohne Lebensgeschichte zu finden.“

Wir stehen gerade an einer Schwelle. Was passiert eigentlich, wenn wir nicht mehr suchen, sondern nur noch fragen? Wenn ChatGPT, Claude oder Gemini nicht mehr nur Chatbots sind, sondern unser einziges Fenster zum Web?

Das Internet wird zur Datenbank (und wir merken es kaum)

Wenn das passiert, wird das Internet, wie wir es kennen – bunt, chaotisch, voller Banner – plötzlich unsichtbar. Es wird zum reinen Lieferanten im Hintergrund. Websites werden zu APIs.

Lass uns mal ein bisschen spinnen. Was würde sich wirklich ändern?

Gruselig oder genial?

Ich bin da ehrlich gesagt zwiegespalten. Einerseits: Endlich weg mit dem Lärm. Keine Cookie-Banner mehr, keine Pop-ups, einfach nur Information. Das klingt himmlisch.

Andererseits: Wer kontrolliert die Antwort? Wenn Google heute Suchergebnisse liefert, kann ich immerhin noch auswählen, wem ich glaube. Wenn mir das Sprachmodell eine Antwort serviert, wird diese Macht extrem zentralisiert. Firmen werden nicht mehr für Banner zahlen, sondern dafür, dass sie im „Gedächtnis“ der KI positiv vorkommen.

Es wird einen Kampf um die Deutungshoheit geben, den wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. (Die sinkenden Klickraten bei Google sind da nur der Anfang, siehe hier).

Für alle, die Content machen: Hört auf, für Suchmaschinen zu schreiben. Fangt an, für Maschinen lesbar zu sein. Strukturierte Daten, Fakten, klare Logik. Das ist das Futter, das die Modelle brauchen (mehr dazu unter llms.txt).

Vielleicht wird das „Surfen“ wirklich verschwinden. Aber das Bedürfnis nach Wissen bleibt. Die Frage ist nur, wer uns den Filter baut, durch den wir die Welt sehen.