Marketing ohne Klicks: Der Kampf um das KI-Gedächtnis

Hand aufs Herz: Wir Marketing-Leute waren jahrelang süchtig nach Kontrolle. Wir hatten unsere Dashboards. Wir wussten: Wenn wir hier 100 Euro reinstecken, kommen da 5 Klicks raus. Wir konnten alles tracken, messen, optimieren.

Und jetzt? Jetzt bricht uns das weg. Die Klickraten sinken (siehe Google CTR bricht ein), und die Leute fragen lieber ChatGPT, statt unsere Landingpages zu besuchen.

Das macht Angst. Aber es ist auch der Beginn von etwas Neuem. Wir bewegen uns weg vom „Jagen nach Klicks“ hin zum „Kampf um das Gedächtnis“.

Das Ende der Kontrolle

Stell dir vor, du empfiehlst einem Freund ein Restaurant. Du googelt dafür nicht erst. Du kramst in deinem Gedächtnis: „Ach ja, beim Italiener an der Ecke war die Pizza super.“ Dein Freund vertraut dir. Er klickt auf keine Anzeige. Er geht einfach hin.

Genau so funktionieren KI-Modelle. Wenn LLMs der neue Browser werden, dann entscheidet die KI, was der Nutzer sieht. Sie klickt nicht auf deine Ad. Sie erinnert sich an dich – oder eben nicht.

Das Problem: Du kannst das nicht mehr im Dashboard sehen. Du siehst vielleicht, dass der Umsatz stimmt, aber du weißt nicht mehr genau, warum. Die direkte Linie zwischen „Werbung schalten“ und „Kunde kauft“ löst sich auf.

Wie kommt man in das Hirn einer KI?

Wenn wir nicht mehr bezahlen können, um gesehen zu werden (wie bei Google Ads), müssen wir uns anders verhalten. Wir müssen Teil des Wissens werden.

Das klingt abstrakt, ist aber eigentlich ganz logisch. Eine KI liest das Internet. Sie liest Foren, Testberichte, Wikipedia, Fachartikel. Wenn deine Marke dort überall positiv, konsistent und klar auftaucht, dann „lernt“ die KI: Aha, diese Marke ist relevant für Thema X.

Das Risiko ist nicht mehr, dass du auf Seite 2 bei Google landest. Das Risiko ist, dass die KI dich einfach vergisst. Dass du für sie gar nicht existierst.

Was du jetzt tun musst (statt Ads zu buchen)

Vergiss für einen Moment SEO-Tricks und Funnels. Denk lieber an Ruf.

  1. Sei dort, wo Wahrheit steht: Sorge dafür, dass deine Marke in Wikis, Datenbanken und seriösen Fachportalen auftaucht. Das sind die Quellen, denen die KI vertraut.
  2. Sei eindeutig: Wenn du heute sagst „Wir sind billig“ und morgen „Wir sind Premium“, verwirrt das die KI. Bleib bei einer klaren Botschaft.
  3. Lass andere reden: Was echte Menschen auf Reddit oder in Bewertungsportalen schreiben, gewichtet die KI oft stärker als das, was auf deiner eigenen Website steht.

Fazit: Einfluss statt Sichtbarkeit

Wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir Ergebnisse nicht mehr sofort messen können. Reputation baut sich langsam auf. Aber wenn du einmal fest im „Gedächtnis“ der KI verankert bist, ist das viel wertvoller als jeder erkaufte Klick.

Es geht nicht mehr darum, wer am lautesten schreit. Sondern darum, an wen man sich erinnert.

(Wer Unterstützung bei diesem Umdenken braucht: Ich helfe gerne dabei, Strategien zu finden, die auch ohne Klicks funktionieren – mehr dazu auf meinem Profil).