Ein Missverständnis über Schema-Markup und KI
In der SEO-Szene geistert gerade eine Idee herum: „Pack Schema-Markup auf deine Seite, und ChatGPT wird dich lieben!“ Klingt logisch, oder? Schema hilft Google, also muss es auch der KI helfen.
Aber leider stimmt das nicht. Und es ist wichtig zu verstehen, warum.
Michael Curtis hat es neulich schön auf den Punkt gebracht: „Der ganze Witz an LLMs ist ja gerade, dass sie Freitext verstehen.“ Sie brauchen keine Tabelle. Sie sind gebaut, um Chaos zu verstehen.
Warum die Maschine dein Markup nicht interessiert
Lass uns kurz technisch werden (aber nur ganz kurz).
Wie lernt eine KI? Sie liest Texte und zerhackt sie in winzige Schnipsel, sogenannte Tokens.
Wenn du jetzt sauberes Schema-Markup schreibst:
"@type": "Organization"
...dann sieht die KI nicht die Struktur. Sie sieht einfach nur Text-Fragmente: „@“, „type“, „Organization“.
Die Logik, die du da mühsam reingebaut hast, löst sich beim Lernen in Luft auf.
Der Beweis: Ein Experiment
Forscher haben das getestet. Sie haben zwei Seiten gebaut:
- Eine Seite mit normalem Text + Schema.
- Eine Seite nur mit Schema (ohne sichtbaren Text).
Das Ergebnis: Die KI konnte nur die Seite verstehen, auf der normaler Text stand. Die Seite, die nur aus perfekt strukturiertem Schema bestand, war für sie wertlos.
Was heißt das für dich?
Heißt das, du sollst Schema löschen? Auf keinen Fall! Schema ist immer noch Gold wert für die klassische Google-Suche (Rich Snippets, Preis-Anzeigen, etc.). Und wenn du bei Google gut rankst, ist die Chance höher, dass dich auch die KI findet.
Aber: Mach es nicht in der Hoffnung, dass ChatGPT deinen Code liest. Schreib lieber klare, gute Texte. Eine einfache Tabelle im sichtbaren Bereich der Website bringt der KI oft mehr als 50 Zeilen JSON-LD im Code.
Fazit: Schema ist für Suchmaschinen. Guter Text ist für Menschen – und für KIs. Verwechsle das nicht.